Comment

Ein Entscheid des Aargauer Obergerichts mit unabsehbaren Folgen

Der Neustart der Bruno Weber Stiftung kam 2015 dank der Kunsthistorikerin Isabelle A. Cart zustande. Voran-gegangen sind bewegte Jahre, in denen zahlreiche Stiftungsräte die Stiftung jeweils nach kurzer Zeit wieder verlassen hatten und der Bruno Weber Park sogar vorübergehend geschlossen war.

Das Obergericht des Kantons Aargau hat am 19. Juni 2017 einen Entscheid gefällt, der die im Kulturraum der Bruno Weber Stiftung (BWS) lagernden Werke des Künstlers Bruno Weber betrifft. Die Künstlerwitwe Frau Maria Anna Weber klagte um sofortige Herausgabe der Werke. Erstinstanzlich hat das Bezirksgericht Baden der Bruno Weber Stiftung recht gegeben. Das Obergericht gibt nun Frau Weber das Recht, die Werke per sofort abzuholen.

Die Darlegung der Frau Weber erwachsenden Nachteile wurden vom Bezirksgericht Baden im Februar 2017 als weniger hoch gewichtet, als die Nutzung der Werke durch die BWS zur Erfüllung des Stiftungszwecks. Das Obergericht hat nun in der Abwägung der Interessen von Frau Weber einerseits und der BWS anderseits zu Gunsten von Frau Weber entschieden.

Frau Weber machte Nachteile geltend wie die Absage einer geplanten Ausstellung. Die BWS teilt bekanntlich diese Einschätzung des Obergerichts in keiner Weise, insbesondere die zeitliche Dringlichkeit kann die BWS nicht nachvollziehen.

Das Obergericht hat immerhin den Einwand seitens der BWS im Entscheid explizit erwähnt, dass die Stiftung ohne diese Werke im Kulturgüterraum ihre Schutz- und Dokumentationsaufgaben nicht weiter ausüben kann.

Auch die Einschätzung des Obergerichts, dass eine Herausgabe an die Eigentümerin Frau Maria Anna Weber möglich sei, widerspricht der Einschätzung der BWS, denn die Werke benötigen zwingend eine kunstgerechte Lagerung. Die BWS hat zu ebendiesem Zweck den Kulturgüterraum errichtet. Deshalb kam es überhaupt zu einer Lagerung an diesem Ort.

Weiter folgt das Obergericht der Argumentation der BWS nicht, dass auch ein öffentlicher Anspruch an den Werken besteht und das Werk durch die BWS - vom Stifter, dem Künstler selber, errichtet - gemäss dem Stiftungszweck erhalten und weitergeführt werden soll.

Die BWS kann ohne eine verbindliche und mehrjährige Vereinbarung über eine Leihgabe der Werke an die BWS den Stiftungszweck nicht erfüllen. Die BWS hat dies mehrfach und vor zwei Instanzen ausführlich erläutert. Der Stiftungsrat und die Präsidentin bedauern, dass das Obergericht mit seinem Entscheid vom 19. Juni 2017 diese Konsequenz offenbar in Kauf nimmt.

Aus Sicht der BWS wirft der Entscheid des Obergerichts vom 19. Juni 2017 nun die Frage der Existenzberechti-gung der BWS auf. An dieser Stelle und zum jetzigen Zeitpunkt können der Stiftungsrat und die Präsidentin darauf keine abschliessende Antwort geben.

Zuhanden der Aufsichtsbehörde BVSA hat die BWS ein Gutachten bei einem Experten in Auftrag gegeben. Er wird aus kunsthistorischer Perspektive die Ausübung der Stiftungstätigkeit und die Interpretation des Stiftungszwecks beurteilen. Aus Sicht der BWS ist dieses Gutachten zwingend abzuwarten, bevor die Werke aus dem Kultur-güterraum entfernt werden, denn es drohen irreversible und existenzbedrohende Folgen für die Stiftung.

Die BWS wird der Herausgabe der Werke nachkommen. Ein Umzug dauert einen ganzen Tag, zumal es um Kulturgut geht. Darauf muss eine Terminvereinbarung Rücksicht nehmen, denn die BWS hat viele Aufgaben zu erfüllen und muss die Verfügbarkeit ihres Personals einplanen.

Heute besteht die absurde Situation, dass einerseits von der BWS erwartet wird, den Stiftungszweck zu erfüllen, anderseits der Stiftungszweck nicht erfüllbar ist, denn die BWS kann mit dem Stiftungszweck nicht rechtskräftig auftreten. Der Grund liegt in der Definition und Formulierung des Stiftungszwecks, der in der heutigen Form zu wenig Rechtskraft hat. In Zukunft muss ein Stiftungszweck so formuliert werden, dass er besser ausgeübt werden kann.

 

Kontakt:  

Anet Nyffeler ǀ Kommunikation ׀ 41796750886+ ׀ info@anetmedia.com

Comment

Comment

Die Schweiz, wie sie keiner kennt (Der Tagesspiegel)


Der Tagesspiegel, 19.09.2016

Absonderliche Orte im Heidi-Land

Die Schweiz, wie sie keiner kennt

Hinter einer Mauer öffnet sich die Fantasywelt des Autors Tolkien, und mitten im Wallis ragen Pyramiden aus der Erde … Im Nachbarland gibt es Verblüffendes zu entdecken. 

THOMAS WIDMER

Comment

Comment

Die Bilanz des Bruno-Weber-Parks sieht nicht rosig aus – aber es gibt Hoffnung

©Richard Elmer

von Sophie Rüesch — az Limmattaler Zeitung 29.10.2016 

Auch nach dem zweiten Jahr unter neuer Leitung ist finanziell noch einiges im Argen. Doch neue Gönner lassen den Stiftungsrat hoffen.

Am Sonntag öffnet der Bruno-Weber-Park zum letzten Mal in diesem Jahr seine Pforten. Aber keine Sorge: Anders als noch vor zwei Jahren ist klar, dass er im nächsten Frühling wieder öffnet.

Die Saison 2016 ist den Umständen entsprechend gut verlaufen: «Der Juni war ein schlechter Monat, doch das darauf folgende Sommer- und Herbstwetter hat das wieder wettgemacht», sagt Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart auf Anfrage.

Die genauen Eintrittszahlen der letzten sieben Monate werden erst noch ausgewertet. Klar sei aber bereits, dass die Erträge aus den Parkführungen über den dafür budgetierten Beträgen liegen. «Das Interesse an den Führungen ist gross, was für uns natürlich erfreulich ist», so Cart.

Die jährlichen Einnahmen aus dem Parkbetrieb sind aber nur ein kleiner Teil des zweistelligen Millionenbetrags, den der Stiftungsrat über die nächsten Jahre für Erhalt und Weiterentwicklung des Parks braucht. Die finanzielle Notlage, die zusammen mit strukturellen Problemen Ende 2014 fast zum Aus des Skulpturenparks führte, besteht weiterhin.

Der damals neu eingesetzte Stiftungsrat ist denn seither nebst einer umfassenden Bestandesaufnahme auch vor allem mit der Suche nach Subventionen und Gönnern beschäftigt. Gespannt erwartet er zurzeit die Entscheide der Kantone Zürich und Aargau. Die Gesuche um einmalige respektive dreimalige Unterstützungsbeiträge von 500 000 Franken werden zurzeit geprüft. «Bis im nächsten Frühling dürften diese Entscheide vorliegen», so Cart.

Neue Gönner gefunden

Auch bei der Suche nach Gönnern läuft etwas: So hat die Ernst-Göhner-Stiftung ihre dreijährige Unterstützung mit jährlich 100 000 Franken zugesprochen. Auch die Gebauer-Stiftung hilft mit, den Park des 2011 verstorbenen Dietiker Künstlers Bruno Weber wieder auf gesunde Beine zu stellen. Zahlreiche weitere Gesuche würden noch geprüft, sagt Cart. «Diese Entscheidungsprozesse brauchen ihre Zeit.»

Vorwärts gemacht hat die Stiftung dieses Jahr vor allem in Sachen Marketing. Der angestrebte Richtungswechsel im Eventbereich sei auf gutem Weg: Anlässe fänden nun vermehrt tagsüber statt und richten sich eher an ein Geschäfts- denn an ein Festpublikum. «Seit jeweils um neun Uhr abends Schluss ist, haben wir auch kein Problem mehr mit Lärmklagen von Anwohnern», so Cart.

Sie ist aufgrund der bisherigen Buchungen zuversichtlich, dass sich das Standbein Geschäftsanlässe etablieren wird; sie sind, wie auch die Führungen, übrigens das ganze Jahr über verfügbar.

Comment

Comment

Im Reich des Fantasten

Im Limmattal im Kanton Zürich befindet sich der Bruno Weber Park – ein für die Schweiz einzigartiges "Gesamtkunstwerk". Erst noch stand dieses vor dem Aus, nun ist die Zukunft des rund 15'000 m2 grossen Skulpturenparks gesichert. In knapp einem Jahrzehnt soll er unter Denkmalschutz gestellt werden.

Gut ein Jahr nach der Wiedereröffnung des Bruno Weber Parks gibt es für die Betreiber Grund zur Freude: Ein neuer Stiftungsrat mit Präsidentin Isabelle Cart (ehemals Assistentin von Harald Szeemann) nahm den Park unter die Lupe und erstellte ein Konzept, das die geplanten Entwicklungs-, Sanierungs- und Ausbauphasen in Abschnitten von drei, sieben und einundzwanzig Jahren beschreibt. Wie der Tages-Anzeiger schreibt, soll die gesamte Anlage in zehn Jahren unter Denkmalschutz stehen.

Bruno Weber (1931 bis 2011) hinterlässt den schweizweit grössten Skulpturenpark eines einzelnen Künstlers. Parallel zur breiten Industrialisierung des Limmattals – und als Antwort darauf – erschuf Weber während eines halben Jahrhunderts ein Gesamtkunstwerk, in dem sich das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Lebensraum widerspiegelt.

Je rasanter sich das wirtschaftlich aufstrebende Limmattal entwickelt, desto oasenhafter wirkt das scheinbar verzauberte, 15'000 m2 grosse Grundstück mit Atelier-Wohnhaus, Skulpturen, Wald- und Wassergärten. 2004 wurde es zur kantonal beglaubigten Schutzzone erklärt.

Die Künstlerwitwe Maria Anna Weber erzählt uns dem Leben und Schaffen ihres verstorbenen Gatten. Ein Besucher am Eröffnungstag verglich den Park mit dem "Giardino dei Tarocchi", dem Kunstpark von Niki de Saint Phalle in der Toskana, dessen Ressourcen auch der Bruno Weber Park verdienen würde, wie die Aargauer Zeitungberichtet.

(Audioslideshow von Ester Unterfinger, swissinfo.ch), 18. JUNI 2016 - 11:00

Comment

Comment

Neue Signalisation zum Bruno Weber Park

Die Signalisation zum Bruno Weber Park wird mit Strassenhinweistafeln ergänzt, die Wegleitung des privaten Verkehrs ab Überlandstrasse / Zürcherstrasse wird in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Dietikon und den zahlreichen kantonalen Amtsstellen optimiert.

Diese leiten die motorisierten Besucher zum öffentlichen Parkplatz Fondlistrasse/Stadthalle Ost. Weiter werden wichtige Örtlichkeiten, wie Bahnhof Dietikon, Kreisel Fondlistrasse und Bushaltestelle Weinberg werden mit Plakatständern in Form der ZVV-Stelen auf den Bruno Weber Park hinweisen. 
 

 

Comment

Presseinformation vom 22.03.2016 Bruno Weber Park 2016: Vision und Revision

Comment

Presseinformation vom 22.03.2016 Bruno Weber Park 2016: Vision und Revision

Presseinformation vom 22. März 2016

Bruno Weber Park 2016: Vision und Revision

Rückblick auf das erste Geschäftsjahr nach dem Neustart 2015

Erste Erfolge auf dem richtigen Weg

Mit Rückblick auf ein knappes Erfolgsjahr konnte das mit einer halben Million Franken veranschlagte Spendenbudget 2015 bisher zur Hälfte realisiert werden. Erfreulich ist, dass der Park während hundert offenen Tagen mehr als 23'000 Besucher zählen durfte.

Trotz der Liquiditätsbedingungen waren erste finanzielle und projektbezogene Realisierungen möglich. Jegliche Unterstützung, auch kleine und mittlere Spendenbeiträge von Gemeinden, Vereinen oder Privatpersonen tragen dazu bei, die Zukunft des Parks auf feste Beine zu stellen. Dennoch kann der Turnaround für den Projektfortschritt nur durch substantielle Gönnerbeiträge erfolgen. Wichtigste Meilensteine hierbei sind sicher auch diesjährige Entscheidungen von Stiftungen, welche wiederum das Engagement der öffentlichen Hand beeinflussen werden.

Einzigartiges Gesamtkunstwerk

Bruno Weber (1931 bis 2011) hinterlässt die schweizweit grösste Skulpturenparkschöpfung eines einzelnen Künstlers. Parallel zur breiten Industrialisierung des Limmattals – und als Antwort darauf – hat Bruno Weber während eines halben Jahrhunderts eine Kunst-Welt erschaffen und sein eigenes Verständnis zwischen Mensch, Natur und Lebensraum vermittelt. Je rasanter sich das wirtschaftlich aufstrebende Limmattal entwickelt, desto oasenhafter wirkt das scheinbar verzauberte, 15‘000 m2 grosse Grundstück mit Atelier- Wohnhaus, Skulpturen, Wald- und Wassergärten, das 2004 zur kantonal beglaubigten Schutzzone erklärt wurde.

Wechsel im Stiftungsrat

In Vereinbarung mit der Künstlerwitwe Maria Anna Weber schuf das neue, seit Dezember 2014 aktive Stiftungsratsteam aus den Bereichen Kunst, Architektur und Finanzen solide Konzept- und Umsetzungsgrundlagen. Die Spendenerhebung, mit welcher das Gesamtkunstwerk Bruno Weber weiter existieren kann, erfordert grossen Einsatz bei knapper Liquidität.

Die einjährige, intensive Stiftungstätigkeit bewogen Lukas Strittmatter seine Zeit wieder vermehrt in sein Treuhandgeschäft zu investieren. Die Bruno Weber Stiftung dankt Lukas Strittmatter für sein grosses Engagement. Neu verstärkt wird das Stiftungsgremium durch Dr. Michele Imobersteg aus Altparadies-Schlatt. Er ist Betriebsökonom und Wirtschaftsjurist mit eigener Kanzlei und wird sich mit seinen Teamkollegen/innen um die Genesung der Stiftung kümmern.

Konzept 3•7•21

Das von den Stiftungsräten Isabelle Cart und Eric Maier entwickelte und im Frühling 2015 vorgestellte Konzept 3•7•21 beschreibt und dokumentiert die geplanten Entwicklungs-, Sanierungs- und Ausbauphasen in Schritten von drei, sieben und einundzwanzig Jahren. (siehe auch http://www.brunoweberpark.ch/konzept-3721/)

Saisonstart im März

Die Neu- und Wiederentdeckung von Bruno’s Welt ist auch 2016 wieder möglich. Stiftungsrat und Parkteam freuen sich auf den Saisonstart am 26.03.2016. Unbeeindruckt von jeglicher Wetterlage meldet der Osterhase, dass er die ersten Parkbesucher mit kleinen Köstlichkeiten überraschen wird.

Für weitere Fragen erreichen Sie uns unter Tel. 079 942 23 47. Bitte beachten Sie auch weitere Informationen unter www.brunoweberpark.ch, download Pressetext und Bilder 22.03.2016 unter:  



Bildmaterial mit Bildlegenden zur Presseinformation vom 22.03.2016:

IMG 01

Modell „Weinrebenpark“ (1991, Mischtechnik). Heute in Einzelteilen vorhanden, soll dieses zusammengefügt, restauriert und wieder dem Publikum zugänglich gemacht werden. Geschätzter Kostenfaktor des Gönnerprojektes: ca. CHF 60‘000.-.

Foto: Bruno Weber Stiftung

IMG 02

„Weinrebenpark“ (1991, Mischtechnik) Modell der heute „Bruno Weber Park“ genannten Anlage mit bestehenden und geplanten Gebäuden, Skulpturen und Monumenten im Masstab 1:25, Ausstellungsfoto „Visionäre Schweiz“, Kunsthaus Zürich, 1991

Modellbau: Peter Bissegger, Foto: Robert Elter

IMG 03

Bruno Weber Park, Dietikon
„Wassergarten mit Doppel-Flügelhund“ (1996-99, Beton, Keramik, Farbe)

Foto: Bruno Weber Stiftung

IMG 04

Bruno Weber Park, Dietikon

„Wassergarten und Haus der Wandlung“ (2008 - 2012, Beton, Glas, Keramik, Mosaik, Putz, Farbe) Foto: Bruno Weber Stiftung

IMG 05, Bruno Weber Park

„Drachentor“ (1983, Beton). Im Vordergrund erste Aussenskulptur: „Quellgöttin“ (1970, Beton, Stahl, Keramik, Glas)

Foto: Bruno Weber Stiftung

Comment