14.01.2015

Am 4. April öffnet der Bruno-Weber-Park wieder seine Tore. Die Witwe des Künstlers und der Stiftungsrat haben einen Nutzungsvertrag unterzeichnet.

ced. Düster sah die Zukunft des Bruno-Weber-Parks im Limmattal aus, als die Pforten am 20. Oktober 2014 geschlossen werden mussten. Zu wenig Geld war vorhanden, um Betrieb und fällige Sanierungsarbeiten finanzieren zu können. Nun soll der Park ab 4. April wieder fürs Publikum zugänglich sein, wie am Dienstag an einer Pressekonferenz zu erfahren war. Möglich machen dies die hohen Besucherzahlen vor der Schliessung sowie die Zuwendungen einiger Gönner. Doch die finanzielle Situation ist nach wie vor angespannt, Sanierungs- und Erhaltungsmassnahmen sind erforderlich. Ein neuer Stiftungsrat versucht nun, die Insolvenz abzuwenden. Laut Isabelle Cart, Stiftungsratspräsidentin und Kunsthistorikerin, braucht es zur Rettung des Parks professionelle Strukturen. Deshalb wurde zuerst ein Nutzungsvertrag zwischen der Künstlerwitwe Maria Anna Weber und dem Stiftungsrat geschlossen. Dieser sieht vor, dass nach drei Jahren Nutzungsrecht ein Vorkaufsrecht gilt und somit de facto der gesamte Besitz der Stiftung zufällt. Als Gegenleistung erhalten Witwe und Nachkommen eine geregelte Abgeltung.
Des Weiteren möchte der Stiftungsrat bis Februar ein Konzept ausarbeiten, um neue Gönner, Sponsoren und Institutionen zu finden. Dieses sieht im Wesentlichen vor, die Zugänge zur Parkanlage umzugestalten und Wasserschäden an Bauten abzuwenden. Zudem wird versucht, den Park unter Kulturgüterschutz zu stellen. Eric Maier, Architekt, Stiftungsmitglied und Ehemann von Isabelle Cart, sagte: «Der Park wurde zunehmend von Event-Marketing geprägt. Wir wollen weg von der Unterhaltungsindustrie, hin zur Architektur und Kultur.»
Momentan sei man noch in der Findungsphase. Die Stiftung gibt sich selbst ein Jahr Zeit, um für den Skulpturenpark oberhalb von Dietikon ein starkes Fundament zu legen. Lukas Strittmatter, Stiftungsmitglied und Treuhänder, hielt fest: «Wir freuen uns, den Park wieder öffnen zu können. Aber für eine längerfristige Planung reichen die bisherigen Mittel nicht aus.» Maria Anna Weber sieht bei den neuen Stiftungsratsmitgliedern das Vermächtnis ihres Ehemanns in gute Hände gelegt. «Ich bin überzeugt davon, dass die Werte von Bruno Weber in seinem Willen weitergeführt werden», sagte sie.

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