Hohe Besucherzahlen im 2014 und Hoffnungen des Stiftungsrats auf baldige Gönnerbeiträge erlauben eine Wiederaufnahme des Parkbetriebs. Eine neue Nutzungsvereinbarung zwischen der Künstlerwitwe und dem Stiftungsrat sollen Klarheit schaffen. von Sophie Rüesch

Schon Ende letzten Jahres wurde gemunkelt, jetzt ist es offiziell: Der Bruno-Weber-Park ob Dietikon öffnet bereits am 4. April wieder seine Tore. Wie der neue Stiftungsrat am Dienstag vor den Medien erläuterte, schafft es der Park dank hoher Besucherzahlen bis zur verfügten Schliessung am 20. Oktober und entsprechend höheren Einnahmen, „sich knapp ins Betriebsjahr 2015 zu retten“. Ab April soll der Park im „Minimalbetrieb“ wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein.
Zudem erklärte die neue Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart, dass das Gremium mit Künstlerwitwe Maria Anna Weber im Dezember einen Vertrag über eine dreijährige Nutzungsvereinbarung inklusive Vorkaufsrecht für die Stiftung abschliessen konnte. Dabei bleibt Weber zwar Eigentümerin ihres rund zwei Drittel umfassenden privaten Teil des Parks, die Stiftung hat aber freie Hand über die weitere Gestaltung des gesamten Gebiets.
Und hier soll in den kommenden Jahren einiges gehen, wie Stiftungsratsmitglied und Cart's Ehemann Eric Maier sagte: „Der Park soll weg von der Unterhaltungsindustrie und wieder mehr in Richtung Kultur- und Architekturpark geführt werden.“ In diesem Sinne plant Architekt Maier, die „städtebaulichen Elemente“ von Webers Parkplanung – allem voran die beiden Längsachsen, über welche die heutigen Wege durch den Park führen – wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, etwa durch ein baldiges Entfernen des Zelts, das heute den Eingang versperrt.
Weiter soll die Begehung des Parks eine neue werden: Präsidentin Cart betonte, dass man Bruno Webers Kunst den Besuchern besser vermitteln will. Das heisst: Führungen sollen strukturierter werden. Auch neue Sicherheitsmassnahmen sollen getroffen werden, zumal man mit den dringendsten Sanierungen so bald als möglich beginnen will. Maier spricht von „Minimalbetrieb“ und einer „offenen Baustelle“, auf der man Interessierte während der Arbeiten willkommen heissen wolle.
Ausserdem will der neue Stiftungsrat wieder näher zu denjenigen Passagen des Stiftungszwecks finden, die den weiteren Ausbau des Bruno-Weber-Parks betreffen. Denn die Vision des 2011 verstorbenen Dietiker Künstlers für das Ausflugsziel auf Spreitenbacher Boden ist noch längst nicht wahr geworden: Immer noch auf ihre Realisierung warten der Liebesgarten und das „Haus der Wandlung“, wofür überdimensionierte, begehbare Raupen auf das Dach des Wassergartensaals gebaut werden sollen.
Wann und in welcher Folge der Stiftungsrat seine ambitionierten Pläne realisieren kann – und ob er sie überhaupt alle realisieren kann –, ist zurzeit aber noch nicht klar. „Es ist eine rollende Planung“, erklärte Treuhänder Lukas Strittmatter, der im Stiftungsrat die „nicht einfache Aufgabe“ übernommen hat, die Finanzen wieder ins Lot zu bringen. Zwar ist er zuversichtlich, dass die nun klaren strukturellen Verhältnisse für Investitionssicherheit bei möglichen Gönnern sorgen werden. Grund dazu bietet auch das Versprechen des langjährigen Gönners Holcim, den Park weiterhin mit Material- wie auch finanziellen Spenden zu unterstützen. Dennoch betont Strittmatter: „Selbst mit den vorhandenen Mitteln und den bereits zugesprochenen Gönnerbeiträgen können wir uns noch keine grossen Sprünge leisten.“
Der Bruno-Weber-Park schloss am 20. Oktober seine Tore, da die damalige kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli aufgrund immenser finanzieller und struktureller Probleme keinen anderen Ausweg mehr sah. Sie übernahm im Februar 2014 die temporäre Leitung der Stiftung, nachdem der ehemalige Stiftungsrat im März geschlossen zurücktrat.
aargauerzeitung.ch

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