Die Wahl eines dreiköpfigen Stiftungsrats verhindert letzte Woche in letzter Sekunde die definitive Schliessung des Bruno-Weber-Parks.

Lange schien die Schliessung des Bruno-Weber-Parks oberhalb Spreitenbach sicher. Fehlende Finanzen, Uneinigkeit der Besitzer und ein fehlender Stiftungsrat liessen die Situation alles andere als rosig aussehen. Letzte Woche hat sich das Blatt nun schlagartig gewendet.
So konnte die kommissarische Stiftungsrätin, Brigitte Bitterli, erfreut berichten, dass per 3. November ein neuer Stiftungsrat eingesetzt werden konnte. Er besteht aus der Kunsthistorikerin Isabelle A. Cart, dem Rechtsanwalt Roland Kuhn und der Ökonomin Barbara Wiegand und bestehe damit «aus Personen, die über viel Erfahrungen und Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten verfügen», so Bitterli. Sie seien sich bewusst, dass diese eine schwierige Aufgabe anträten, seien aber motiviert und zuversichtlich. Bitterlis Mandat endet damit.
Mit der Wahl des neuen Stiftungsrates konnten die drohende Liquidation der Stiftung und die definitive Schliessung des Skulpturenparkes abgewendet werden. Wann der Park wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist, ist derzeit noch unklar. Und auch über das weitere Vorgehen wollten die Verantwortlichen noch keine Angaben machen. Das Geld, das für die Sanierung des Parks nötig ist, fehlt nach wie vor. Aber immerhin verfügt die Stiftung zurzeit über ein kleines finanzielles Polster – nicht zuletzt dank der Einnahmen aus dem grossen Besucherandrang der letzten Monate.
Aufgrund der abgewendeten Schliessung hat auch das «Komitee zur Rettung des Bruno-Weber- Parks» letzte Woche seine Tätigkeit vorläufig eingestellt. Das Komitee hatte gesamthaft 15626 Unterschriften mit der Petition zur Rettung des Bruno-Weber-Parks gesammelt, die demnächst der Staatskanzlei des Kantons Aargau übergeben werden. Die 3765 Franken, die bisher auf dem Spendenkonto zusammengekommen sind, übergibt das Komitee nach der definitiven Wiedereröffnung des Parks zweckgebunden der Stiftung zur Verwendung für den Bruno-Weber-Park.
In der gleichen Woche hat zudem Bruno Webers Witwe, Anna Maria Weber, ihren allmählichen Rückzug aus dem Park bekannt gegeben. Sie wolle in einer ersten Phase das neue Gremium mit ihrer Erfahrung und ihrem Netzwerk unterstützen und sich in einer zweiten Phase aus dem Skulpturenpark zurückziehen, da sie dem neuen Stiftungsrat das Werk ihres 2011 verstorbenen Mannes voll und ganz anvertraue. Dies wohl nicht zuletzt deshalb, weil sie mit der neuen Stiftungspräsidentin Isabelle Cart seit den 1990er-Jahren bekannt ist. Cart hatte Bruno Weber damals im Zuge ihrer Arbeit kennengelernt und sporadischen Kontakt mit dem Künstler und seiner Familie gehalten. (zVg/ska)

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