Nach einer kritischen Phase ist der Skulpturenpark im Limmattal ab Ostersamstag wieder offen. Geht alles nach Plan, steht er in zehn Jahren unter Denkmalschutz.

Bruno Webers Wohnhaus wird umfassend saniert. Das Atelier im Untergeschoss wird wieder in seinen Originalzustand zurückgeführt. Bild: Reto Oeschger

Bruno Webers Wohnhaus wird umfassend saniert. Das Atelier im Untergeschoss wird wieder in seinen Originalzustand zurückgeführt. Bild: Reto Oeschger

Erst noch stand der Bruno-Weber-Park vor dem Aus, jetzt scheint er abzuheben. Die Mitglieder der Bruno-Weber-Stiftung haben heute Morgen vor den Medien ausgeführt, was sie mit dem Skulpturenpark oberhalb von Dietikon und Spreitenbach vorhaben. Es ist Grosses.

«Mehr als eine Vision!», lautet der Leitgedanke. Und so kommt denn auch das Konzept recht konkret daher. Es zeigt auf, was in den nächsten drei, sieben und 21 Jahren realisiert werden soll.

Sicherheitsfrage geklärt

Vorerst aber mussten die Sicherheit der Anlage eingehend geprüft und die Versicherungsfrage geregelt werden. Denn am Ostersamstag steht die Wiedereröffnung an. Einige der begehbaren Skulpturen bleiben geschlossen, weil die Höhe der Geländer den heutigen Sicherheitsvorschriften nicht entspricht. «Bruno hat jeweils gesagt, die Limmat ist auch nicht eingezäunt», bemerkte dazu Maria Anna Weber, die rechte Hand und Ehefrau des vor fünf Jahren verstorbenen Künstlers.

Die Besucher werden mit einem neuen Kassensystem empfangen – und mit einem neuen Blickwinkel. Das Plastikzelt, das jahrelang für Events gebraucht wurde und den barock anmutenden Zugang zum Park verstellt hatte, ist weg. Damit wird die Hauptachse wieder sichtbar.

Wohnhaus wird teilweise zugänglich

Die Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart hat zusammen mit dem Architekten Eric Maier detaillierte Jahrespläne ausgearbeitet. Jahrespläne für eine fantastische Welt. So wird schon bald die Doppelpyramide verschoben und als Wächterhaus vor dem Eingang platziert. Dann wird das Wohnhaus mit Turm und Atelier saniert und teilweise zugänglich gemacht.

In elf Jahren soll die gesamte Anlage unter Denkmalschutz stehen. Dann wird laut Plan auch das Haus der Wandlung mit der gigantischen Raupengruppe in Angriff genommen.

Grundsätzlich wird der Park als Gesamtkunstwerk definiert. Aktivitäten finden nur noch im Zeichen der Kunst undArchitektur statt. Der Park soll für die Besucher auch als «work in progress» erlebbar sein – in einigen Jahren dank einem Beleuchtungskonzept zuweilen auch nachts.

Nun geht es auf Gönnersuche

«Work in progress» ist allerdings auch die Finanzierung dieses Unternehmens. Der Betrieb des Parkes sollte laut Stiftungsratsmitglied Lukas Strittmatter dank Eintrittsgeldern selbsttragend sein. Für die Sanierung und Vollendung des von Weber bis ins Detail skizzierten Werks braucht es aber Donatoren.

«Wir brauchen die Unterstützung der öffentlichen Hand und privater Gönner», sagt Isabelle Cart. Doch sei man mit dem nun ausgearbeiteten Konzept in der Lage, seriös auf Sponsorensuche zu gehen. «Wir können ihnen mehr als zwanzig ausführlich dokumentierte Projekte vorlegen.»

Bessere Werbung machen

Für das laufende Jahr muss rund eine halbe Million Franken zusammenkommen, wenn der Jahresplan eingehalten werden soll. «Wir machen vorwärts, das Tempo aber richtet sich nach dem Geld, das uns zur Verfügung steht», sagt Cart. Die Projekte der kommenden zwei Jahrzehnte werden einen «zweistelligen Millionenbetrag» verschlingen.

Deshalb soll der Park besser beworben und innerhalb der Touristikattraktionen des Landes gezielter positioniert werden. Die Themenvielfalt Bruno Webers sei bei der Gönnersuche und für die Public Relation eine grosse Hilfe, da viele verschiedene Interessengruppen angesprochen werden können.

Geöffnet ab Ostersamstag, www.brunoweberpark.ch(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

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