©Richard Elmer

von Sophie Rüesch — az Limmattaler Zeitung 29.10.2016 

Auch nach dem zweiten Jahr unter neuer Leitung ist finanziell noch einiges im Argen. Doch neue Gönner lassen den Stiftungsrat hoffen.

Am Sonntag öffnet der Bruno-Weber-Park zum letzten Mal in diesem Jahr seine Pforten. Aber keine Sorge: Anders als noch vor zwei Jahren ist klar, dass er im nächsten Frühling wieder öffnet.

Die Saison 2016 ist den Umständen entsprechend gut verlaufen: «Der Juni war ein schlechter Monat, doch das darauf folgende Sommer- und Herbstwetter hat das wieder wettgemacht», sagt Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart auf Anfrage.

Die genauen Eintrittszahlen der letzten sieben Monate werden erst noch ausgewertet. Klar sei aber bereits, dass die Erträge aus den Parkführungen über den dafür budgetierten Beträgen liegen. «Das Interesse an den Führungen ist gross, was für uns natürlich erfreulich ist», so Cart.

Die jährlichen Einnahmen aus dem Parkbetrieb sind aber nur ein kleiner Teil des zweistelligen Millionenbetrags, den der Stiftungsrat über die nächsten Jahre für Erhalt und Weiterentwicklung des Parks braucht. Die finanzielle Notlage, die zusammen mit strukturellen Problemen Ende 2014 fast zum Aus des Skulpturenparks führte, besteht weiterhin.

Der damals neu eingesetzte Stiftungsrat ist denn seither nebst einer umfassenden Bestandesaufnahme auch vor allem mit der Suche nach Subventionen und Gönnern beschäftigt. Gespannt erwartet er zurzeit die Entscheide der Kantone Zürich und Aargau. Die Gesuche um einmalige respektive dreimalige Unterstützungsbeiträge von 500 000 Franken werden zurzeit geprüft. «Bis im nächsten Frühling dürften diese Entscheide vorliegen», so Cart.

Neue Gönner gefunden

Auch bei der Suche nach Gönnern läuft etwas: So hat die Ernst-Göhner-Stiftung ihre dreijährige Unterstützung mit jährlich 100 000 Franken zugesprochen. Auch die Gebauer-Stiftung hilft mit, den Park des 2011 verstorbenen Dietiker Künstlers Bruno Weber wieder auf gesunde Beine zu stellen. Zahlreiche weitere Gesuche würden noch geprüft, sagt Cart. «Diese Entscheidungsprozesse brauchen ihre Zeit.»

Vorwärts gemacht hat die Stiftung dieses Jahr vor allem in Sachen Marketing. Der angestrebte Richtungswechsel im Eventbereich sei auf gutem Weg: Anlässe fänden nun vermehrt tagsüber statt und richten sich eher an ein Geschäfts- denn an ein Festpublikum. «Seit jeweils um neun Uhr abends Schluss ist, haben wir auch kein Problem mehr mit Lärmklagen von Anwohnern», so Cart.

Sie ist aufgrund der bisherigen Buchungen zuversichtlich, dass sich das Standbein Geschäftsanlässe etablieren wird; sie sind, wie auch die Führungen, übrigens das ganze Jahr über verfügbar.

Comment